Plötzlich zurück in meiner zweiten Heimat.

12Sept2017

Hallo meine Lieben,

ihr wundert euch bestimmt, wieso ich erneut einen Blogeintrag schreibe, obwohl doch mein Auslandsjahr schon lange zuende ist?

Wir - Mama (Monika), Papa (Albert), Bruder (Philipp) und Ich - waren in Tansania! Und da das für uns alle etwas GANZ besonderes war, lade euch hiermit auf eine letzte kleine Reise in das Abenteuer ein.

Am 21. August gings für uns vier los: Wir flogen nach Kilimanjaro - in den Norden von Tansania, in den "Touri-Norden". Die ersten 5-6 Tage genossen wir hier unvergessliche Safaris. Insgesamt verbrachteten wir mehrere Tage in Nationalparks und schliefen sogar eine Nacht in einem. Aaron war unser Guide, der uns in dem Geländewagen herumfuhr und mit seinen Katzenaugen so gut wie jedes Tier, das dort überhaupt zu finden ist, sah. Begeistert waren wir von Elefantenherden und den vielen Zebras, sowie Löwen - ob von Weitem im Gras, auf dem Baum oder 1 Meter entfernt von unserem Auto. Neben Hippos sahen wir ein Nashorn, viele Gnus, Antilopen, Hyänen, und vieles mehr. Und DAS Highlight schlecht hin war ein Leopard, der in einem Kaktusbaum lag und uns direkt in die Augen schaute. 

 

Diese ganzen Tierchen sahen wir also die ersten Tage unserer Reise. Für alle ein besonderer Moment, die Tiere in der Wildniss herumlaufen zu sehen und nicht eingesperrt in einem Zoo. Manchmal denke ich, sind Tiere nicht viel schönere Lebewesen wie Menschen, nicht wahr?

Dann ging unsere Reise weiter nach Dar-es-Salaam. Das ist die größte Stadt in Tansania mit 5 Millionen Einwohner, also kurz zusammengefasst: groß, dreckig und laut. Aber da wir möglichst viele Seiten von Tansania kennenlernen wollten, war diese Stadt ein Muss. Wir schliefen in einem Hotel direkt in der Innenstadt und machten von dort aus 2 Tage Ausflüge. Wir liefen den Hafen entlang, in die Sankt Joseph Cathedral, über den Fischmarkt (da fühlte man sich ganz arg unwohl; es stank bestialisch, zu viele Menschen, dreckig, eklig, drückend...), in das National Museum, über Kariakoo - den sehr ursprünglichen afrikanischen Markt/Marktviertel, durch viele Gassen, und zu guter Letzt auf das Kilimanjaro Hotel, um eine Aussicht über DAR zu genießen.

 

  Chipsi Mayai (Pommes mit Ei drüber)

Anschließend ging es in meinen geliebten Süden. Und das geschah durch Daddys Zugliebe mit der TAZARA - von DAR nach MBEYA, innerhalb von ausgedehnten 30 Stunden... gähn... Doch auf dem Weg bekamen wir unfassbar schöne Landschaften zu Gesicht. Die Unterschiede in der Natur und zu sehen wie und wo die Menschen entlang der Bahnlinie leben, beeindruckten uns. Immer, wenn der Zug an einer Station hielt, drehten dir Menschen unterschiedlichste Sachen an - von Eimern und Plastiktaschen bis Bananen, gegrilltes Fleisch oder Kraut. 

 

Nach einer Übernachtung in Mbeya sind wir dann nach Kyela gefahren - meiner Wahlheimat. Ich war unfassbar nervös, durch die bekannte Gegend zu fahren und laufen, bis wir endlich an dem Schwesternhaus ankamen. Und wir wurden suuuuper herzlich begrüßt. Alle freuten sich so sehr, wir natürlich auch! Während der Tage in Kyela zeigte ich meiner Family die Umgebung: meinen Kindergarten (wo ich unterrichtet hatte), unsere Kirche, das Pfarrerhaus, den Markt von Kyela, die Post, Bank, das Krankenhaus, und und und. Aber vor allem sahen wir alle geliebten Menschen wieder! Sie strahlten eine unglaubliche Dankbarkeit und Liebe aus, als sie sahen, dass ich meine Eltern und meinen Bruder hier nach Tansania - Kyela mitgebracht habe. Während der Nachmittage wurden wir von Freunden von mir nach Hause eingeladen: Dort kochten Sie für uns und wir aßen gemeinsam, machten anschließend einen Ausflug an den Malawi See oder schauten uns weniger spannende Kirchenvideos an. Abends wurden wir anschließend immer von viel zu viel Essen überschüttet - natürlich wurde für uns Weiße immer Hühner geschlachtet. Ich versuchte meiner Family möglichst viel von unserem Leben damals zu zeigen: Wir wuschen somit auch mal Wäsche mit den Händen. Aber einer der Highlights überhaupt war der Freitag morgen im Kindi. Wir hatten dank der Unterstützung meiner Tante Hefte und Stifte für die Kids gekauft, aus Deutschland brachten wir Radiergummis, Spitzer, 5 Bälle und Süßis mit. Und die Kinder freuten sich SO SEHR! Ja - die Schokobons sind einfach unglaublich süß. Wie ihr wisst wohnten wir bei den Schwestern, sodass das Beten natürlich auch nicht zu kurz kam. Nachdem wir direkt am Nachmittag als wir ankamen, ein einhalb Stunden Rosenkranz im Knien beten mussten, kam mein liebster Bruderherz doch sehr  ins Schwitzen. Morgenmesse um 7 Uhr war der Anfang unserer Tage. Und den krönenden Abschluss - der Sonntagmorgen - verbrachten wir von 6:30 Uhr bis 9:30 Uhr (3h) in der Kirche. Für mich war das bekannt, aber für meine Familie war der Kontakt mit diesem Glauben, der die Tansanier Tag für Tag begleitet, eine ganz neue Erfahrung. 
Ja, das war das Wichtigste: Wir hatten wirklich wunderschöne Tage in Kyela. Diese wird keiner von uns jemals vergessen.  

Der nächste kleine Zwischenstop war Mbeya wieder. Dort verbrachten wir den Montag morgen auf Second-Hand-Märkten und liefen durch Obst und Gemüse Märkte. Nachmittags flogen wir dann erst nach DAR, und anschließend mit einem kleinen "Spielzeugflugzeug" (10 Sitze waren in der Maschine!!) nach Sansibar. 

Sansibar war ein wunderschöner Abschluss von unserem Urlaub. Diese Tage genossen wir am Strand. Wir hatten ein super Hotel mit hervorragendem Essen, vielen Hängematten direkt vor unseren Häuschen. Tagsüber liefen wir die weißen Sandstrände und das türkisfarbene Wasser entlang, spielten Karten, laßen Bücher und genossen einfach das Hier und Jetzt. Außerdem war unsere Reise quer durch Tansania doch sehr anstregend gewesen, sodass die Ruhe dort uns gerade Recht kam. 

 

Das war eine kurze Zusammenfassung über unsere Reise durch Tansania.
Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen und Bilder anschauen. Ich empfand es irgendwie als wichtig, euch - wo ihr mein ganzes Jahr in Tansania so treu begleitet habt - über unser gemeinsames Wiedersehen mit allen dort zu berichten. Und außerdem soll ich euch alle von allen Tansaniern dort grüßen! 

 

 

 

"Gut" angekommen!

11Aug2016

Hallo!

Ein letzter Blogeintrag kommt jetzt, bevor dieser Blog leider leise wird...

Die letzten Tage auf dem Seminar in Dar-es-Salaam waren wirklich wichtig, um noch ein wenig Abschied zu nehmen von seiner Einsatzstelle und seinen dort lieb gewonnenen Menschen! Ich telefonierte noch gefühlte 100 Mal mit Freunden oder den Schwestern, um Ihnen zu sagen, dass ich sie lieb habe und dass sie mir fehlen werden.

Unserer letzter Tag in Tansania war aber einfach einzigartig, ich glaube, es war der Schönste während meinem ganzen Aufenthalt. Morgens verabschiedeten wir uns in beiden Kirchenmessen, dann von ein paar Freunden. Mittags aßen wir gemeinsam ein letztes Mal mit den Schwestern, dann organisierte mein Chor ein Abschiedsfest mit Sodas und Keksen. Dort wurden wir beide, Anna und ich, reich beschenkt und kamen dann grade rechzeitig nach Hause zu unserer Abschiedsfeier. Dort waren die wichtigsten Menschen aus der Kirchengemeinde, die Pfarrer, Mitarbeiter beim Pfarrer und unsere beiden Lehrerinnen eingeladen. Wir genossen diesen Abend unglaublich, mit gutem Essen (NUR FÜR UNS WURDE EIN GANZES SCHWEIN GESCHLACHTET!), mit Musik und Tanz, mit Singen, mit Dankesreden und Geschenken. Ach, wenn ich grade zurück denke, wäre ich am liebsten nochmal mittendrin! Ich muss auch gestehen, dass wir morgens nach der Messe schon so viel geweint hatten, dass ich für den Tag absolut keine Träne mehr vergießen kann. Es war schon verdammt schwer. Aber der letzte Abend war einfach schön, so perfekt irgendwie. Genug zum letzten Tag, hier noch ein paar Bilder dazu.

Meine Kolleginnen Gemütliches Wohnzimmer Wir wurden echt suuuper reich beschenkt! Wir beim Tanzen. Glücklich! Arschgewaaackel! Letztes gemeinsames Foto. Liebe pur.

Jetzt zum Ankommen, ich bin ja immerhin schon seit 2 Wochen wieder in Deutschland, meinem Zuhause (?). 

Ich freute mich ehrlich gesagt die ganzen ersten 9 Monate mehr auf Zuhause wie den letzten Monat. Ich hatte auch irgendwie total Angst. Aber das Ankommen war und ist unglaublich komisch. Eigentlich kennt man ja alles, man hat hier ja schließlich ganze 18 von 19 Jahre gelebt. Aber gleichzeitig ist alles auch SO fremd. Ich fühl mich wie ein Schwarzer unter tausenden von Weißen, einfach irgendwie anders. Irgendwie voll überfordert, dauermüde, stehe unter Spannung un unglaublichem Tatendrang. Ich muss sagen, ich brauche unbedingt noch Zeit anzukommen...

Weiter gehts für mich jetzt nächste Woche mit einem Festival mit Ewald, anschließend findet das Rückkehrerseminar statt, wo sicher wieder einiges hochkommen wird und dann gehe ich noch eine Woche nach Südfrankreich mit Eltern und Bruder, bevor mein Studium für soziale Arbeit an der Hochschule Esslingen stattfindet.

Ich danke euch so fürs Lesen die letzten 10 Monate, für die Unterstützung in jeder erdenktlichen Art und Weise, für die Gebete oder einfach nur fürs an mich denken.

Dankesehr.

 

 

Ein Tag im Tagebuch von Sarah

16Juli2016

 

Meine lieben Leser,

heute in 12 Tagen sitze ich zuhause, in Oberaichen, zusammen mit meiner Familie und meinem Freund und werde in Deutschland sein! In Deutschland!

Ich kann das alles noch garnicht glauben, das wird heftig. Gerade genieße ich die Zeit unfassbar, gerade erlebe ich alles so intensiv und meine Gefühlwelt geht von super gut drauf bis zutiefst traurig. Aber das hat ein Abschied so an sich, nicht wahr?

Ich möchte euch jetzt zum Schluss noch einmal einen Einblick in mein eigenes Tagebuch geben. Den Tag, worüber ich schreibe, werde ich noch lange in Errinnerung behalten, weil er mir irgendwie sehr nahe ging. Also gut, hört zu bzw. Lest es selbst!

 

  1. Juli, Samstag:

Wieder ein super anstregenden Tag erlebt! Wir staden früh auf, es regnete draußen leicht – es fühlte sich gut an im Bett zu liegen und den Regen auf das Wellblechdach prasseln zu hören.

Heute fuhren wir vom Chor aus zu Jemsy nach Hause, einem Mitglied von Annas Chor, weil sein 8 jähriger Sohn gestern gestorben ist. Man sagte uns, der Grund für das plötzliche Sterben sei, er hatte Schmerzen und irgendwie traten seine Augen hervor (fielen halb raus?!?). Um 9 Uhr fuhren 3 Mädels, Geraldi, Juli mit uns beiden los Richtung "Kilambo". Kurz vor der Kreuzung links rein, durch viele Dörfer hindurch bis wir ankamen. Ca. 1 Stunde fuhren wir mit dem Fahrrad, aber in einem super Tempo (das fahren auf diesen "Straßen" hier ist Katastrophe!), sodass es echt super Spaß machte. Dort angekommen waren schon super viele Menschen versammelt, wir sagten dem Jemsy "Pole" (Ausdruck des Mitgefühls auf Kiswahili) – er sah ganz schlimm aus, seine Augen vom vielen Weinen vor allem. Dann zogen wir uns richtig an, nämlich Kanga um die Brust gebunden und Kitenge um die Hüfte (das ist die "Garderobe" für Frauen bei einer Beerdigung). Anschließend begann die Begrüßungsrunde, wir Frauen aus dem Chot zogen los, knieten uns vor jede Gruppe von Menschen auf die Knie und sagten Pole. Ich fühlte mich wie ein unterworfenes Hausmädchen, aber es war angebracht, so macht man das halt hier. Dann liefen wir zum riesen Teppich voller "Mamas"(Verwandte von dem Jungen), alle hatten tausend Stoffe umgebunden – sie heulten, weinten, schluchzten und schrien.Das Schreien kam irgendwie von ganz tief her, es war Verzweiflung pur, ein Hilferuf, ein Geräusch, was ich niemals vergessen werde. Diese tiefe Traurigkeit im Gegensatz zu diesen farbenfrohen Tüchern war irgendwie sehr verwirrend.

Wir sagten ihnen wieder dieses eine Wort – Pole – gingen zu den Bänken, die für den Chor bestimmt waren, und begannen zu Singen. Von 10-15 Uhr sangen wir alle möglichen Lieder rauf und runter, viele davon konnten wir auch tatsächlich mitsingen weil wir sie kannten. Es wurde auch getrommelt, was bisschen Rythmik in den Gesang brachte. Trotzdem kam ich mir irgendwie doof vor, so voll Freude zu singen, während andere Menschen zusammenbrechen vor Trauer. In diesem Zeitraum kamen immer wieder Menschen an, heulend und schreiend, um an der Beerdigung teilzunehmen. Die schrien immer wieder den Namen des Jungen, "Amini!", was auch übersetzt Frieden bedeutet. Da der Junge nur 8 Jahre alt wurde, waren auch viele junge Menschen anwesend. Und dann geschah etwas – der große Bruder des Verstorbenen schlug plötzlich um sich, denke aus Verweiflung und Trauer, erwischte dabei einen Kumpel von ihm. Viele Männer rannten zu ihm, hielten jedes seiner Körperteile fest und versuchten ihn zu beruhigen. Ich hatte Angst, weil sich das relativ nahe an uns abspielte und man nie weiß, wozu ein Mensch in einer Extremsituation zu Stande ist. Die Schwester des Jungen schrei auch, schmeißte sich aber plötzlich auch auf den staubig dreckigen Boden und wälzte sich herum, auch typisch für hier.Wieder kamen Viele angerannt und zerrten an ihr rum. So junge Menschen wie wir so trauern zu sehen, nahm mich unfassbar mit, ich konnte nicht mehr klar denken. Der ganze Tag, alles davon nahm ich heftigst wahr. Zwischendurch fuhr auch ein Pikipiki-Fahrer (Motorrad) mit dem Sarg des Jungen hinten drauf vorbei – er war blau mit einem weißen Kreuz drauf. Als wäre es das normalste auf dieser Welt, einen Sarg auf einem Motorrad zu transportieren?! Ich erschrak.

Um halb 3 begann es dann endlich, wir liefen in den Garten zwischen Bananenbäume und dann wurde der Sarg niedergelassen ins Grab. Es gab keine Messe, keinen Pfarrer, da der Junge nicht getauft worden war. Nach dem Runterlassen worfen die nähsten Verwandten eine handvoll Erde drauf, dann wurde er begraben und anschließend wurden kitschige Kränze und Kunstblumen auf das Grab gelegt. Dann kehrten wir zum Haus zurück und bekamen alle Essen (Reis und ein wenig Kraut). Direkt danach hauten wir gegen 4 Uhr ab, fuhren wieder ein Stündchen zurück mit unseren Rädern und ich ging noch zur Probe von meinem Chor. Danach war eine kurze Messe, in der ich für die Familie und Bekannte des Jungen betete und um 19 Uhr kam ich dann völlig erledigt heim. Wir aßen noch Abendessen, wobei ich noch am Esstisch beim Quatschen einschlief. In der Nacht schlief ich unruhig, gab wohl einiges zu verarbeiten...

So viele Menschen... Der Sarg des Jungen Me and Bonni :)

 

PS: Für die, die es interessiert wie es jetzt noch weitergeht. Eine letzte Woche arbeiten im Kindergarten steht noch an, heute begannen wir schon langsam mit Zeug zusammen packen. Es wird noch eine kleine Abschiedsfeier geben mit Schwestern, Pfarrern, Chormitgliedern und Freunden. Am 25. fahren wir nach Dar-es-Salaam, verbringen dort 2 Tage mit allen Freiwilligen und unseren Mentoren zusammen und dann gehts am 27. Juli um 16 Uhr ab in den Flieger. Dann heißts erstmal für eine Weile "Bye Bye Tansania, meine zweite Heimat, bis hoffentlich ganz ganz bald!"

 

 

 

Der Countdown läuft...

04Juli2016

 Hallo ihr lieben!
Wer weiß, wie oft ich hier noch schreiben werde, aber gerade finde ich ein wenig Zeit dazu.

Freitag, den 11. Juni begann unsere Reise und der Anfang war echt beschissen - mein Handy wurde mir geklaut. Ich war eingeschlafen und wir sind umgestiegen und dann merkte ich, dass es weg war. Daraufhin übernachteten wir wie Obdachlose in einem Office auf dem Boden mit 4 anderen Frauen, einem kleinen Kind und einem Huhn in ner Box. War eine Erfahrung wert, wurde aber ohne Decke doch ein wenig kalt. Samstag fuhren wir nach Dodoma - in die Hauptstadt Tansanias. Dort erlebten wir eine tansanische Hochzeit, voll kitschige Deko, super Essen, riesen Hochhaus. Sonst erkundeten wir ein bisschen die Stadt mit kleinen Märkten, ich kaufte ein Massaituch namens Shuka.

Am 13. gings dann weiter nördlich in die Großstadt Mwanza,  eine Busfahrt von 13 Stunden am Stück.  Dort verweilten wir 3 Tage und hatten eine tolle Zeit! Wir schauten die Bismarck Rocks an - riesen Felsen, die im Lake Victoria stehen, waren auf dem größten Fischmarkt Ostafrikas - mein Paradies (ich liebe Fisch). Dort erfuhren wir, dass bei dem gefangenen Fisch des Victoria Sees das Filet abgemacht wird (das wird nach Europa exportiert) und die Fischreste getrocknet und in Kriegsländer in Afrika für Menschen oder Schweinen und Hühnern zum Füttern gegeben. Das schockierte mich unglaublich, wie ungerecht ist die Welt? Hier kann sich keiner das Filet vom See nebenan leisten? Kranke Welt. Einen Tag waren wir auf Ukerewe Island und fuhren "bisschen Fähre", zu unserer Überraschung wurden es dann doch 6 Stunden.
Nächster Shop war Karatu bzw. Oldeani. Dort machten wir eine Wochenendsafari, genossen den Lake Manyara und den Ngorogoro Crater Nationalpark. Eine einzigartige Erfahrung, wir sahen alle mögliche Tiere wie Giraffen, Elefanten, Büffel, Löwen, Zebras, Gnus, Flusspferde usw. Das hat mir besonders gut gefallen, auch wenn ich direkt anschließend mal wieder krank wurde (Bauchinfektion, Fieber, Durchfall).

Aber als ich das überstanden hatte, gings Richtung Küste nach Arusha (2. größte Stadt Tansanias) und Moshi. Diese beiden Städte hatten jedes seinen eigenen Charme, leider viele Touristen und Weiße, die sich null der Kultur anpassen und in kurzen Hosen rumlaufen. Da kommt leider wirklich ein Hass gegen Weiße auf. In Arusha besuchten wir einen Schlangenpark, sahen alle möglichen Schlangen - von riesengroß bis miniklein, gefährlich und harmlos. Nebenan konnten wir Kamele reiten und das Beste - dort war ein Viehmarkt, wo hunderte Massai auf einem Fußballfeld ihre Rinder und Kühe verkauften. Das war unglaublich beeindruckend, so nah an diese Bevolkerungsgruppe heranzukommen und ihr "real life" zu sehen. Ja, und in Moshi sahen wir leider den Kilimanjaro nicht groß, da es die Tage nur regnerisch und wolkig war. (Im Juni und Juli, vor allem hier oben im Norden ist es richtig kalt! Nicht, ganz Afrika ist zu jeder Zeit warm!).

Unser nexter Stop war Lushoto, ein Dörfchen mitten in den Usambara Bergen. Dort war Wandern angesagt und es war toll. Wir wanderten mit einem Guide an dem einen Tag zu einem unfassbar schönen Aussichtspunkt, wo man einen atemberaubenden Ausblick hatte. Am anderen Tag wanderten wir durch den nahe gelegenen Regenwald und endeten unsere Tour an einem super schönen Wasserfall. Diese 2 Tage waren wirklich besonders, es tat so gut sich zu bewegen und einfach stundenlang zu laufen.

Kurz darauf gings für uns weiter nach Bagamoyo, einer Stadt 2 h entfernt von Dar-es-Salaam direkt an der Küste des indischen Ozeans. Das war wieder eine ganz neue Erfahrung - Bagamoyo zeichnet sich aus durch alte Gebäude aus der Kolonialzeit, die Deutschen haben sich ja durch Deutsch-Ostafrika auch in die tansanische Geschichte eingemischt. Tolle Gebäude, schöner Strand, Hafen, Fischmarkt und auch ein alter Kunstmarkt  (Old Art Market) , wo man das typische Touri-Kram kaufen kann, was doch meistens ziemlich schön ist.

Dann begann auch schon leider unsere Rückreise nach Hause (Kyela). Wir fuhren nach Dar-es-Salaam, erlebten da 2 wunderschöne Tage am Meer, stiegen am Freitag, den 1.Juli in den Zug und fuhren Heim! Diese Zugfahrt war auch sehr beeindruckend – wir fuhren ca. 20 Stunden mit der TAZARA, stiegen in Mbeya aus, wobei der Zug weiter bis nach Zambia fährt.

Ja, und gestern am 3. Juli kamen wir wieder in Kyela an und wurden wahnsinnig herzlich von allen begrüßt und aufgenommen. Zugegebenerweise hatten wir wirklich ein wenig Angst vor der Heimkehr, was abe r völlig unbegründet war – es ist einfach schön, wieder zuhause zu sein.

Jetzt beginnen die letzten 3 Wochen hier in Kyela, davon ist diese Woche noch Schulferien und die darauffolgenden beiden Wochen wieder Arbeiten im Kindergarten. Die Zeit wird verfliegen...

 

Hier noch ein paar Fotos, damit ihr mehr miterleben könnt, was ich erlebt habe!smile

Unsere Reise beginnt! 1. Stop Dodoma Erste tansanische Hochzeit Moschee in Mwanza Bismark Rocks Fischmarkt in Mwanza Sonnenuntergang in Mwanza auf einem Hochhaus Unsre Reisetruppe - die fantastischen Vier! Wochenendsafari beginnt! Faaaanti! Mein absolutes Lieblingsbild! wunderbare Natur Safari-Gruppe Gnus! Tolle Tiere. Zeeeeeebras :) Ich am See im Ngorongoro Crater ein Fanti der läuft! :) Viehmarkt in Arusha, alles Massai Irente View Point Meine liebste Anna Ich bisschen am Sport machen Waterfall Tolle Gebäude in Bgamoyo - arabisches Teehaus die deutsche BOMA Der Hafen in Bagamoyo letzte Tage am Strand in DAR Wir am Strand! Traumhafte Sonnenuntergänge! TAZARA Zug: Dar - Mbeya

Es verbleiben noch 8 Wochen!

25Mai2016

Hallo liebe Freunde,

ihr seid mir sicher böse, dass ich mich so lange nichtmehr gemeldet habe. Tut mir leid. Irgendwie habs ichs schichtweg vergessen. Naja..

Der April war ein aufregender Monat. Wir waren malwieder viel on Tour, zum Beispiel besuchten wir einen Ort, wo Schwestern ausgebildet werden. Das liegt ganz idyllisch außerhalb von Mbeya ziemlich in der Pampa (bestimmt, damit die Schwestern nicht abgelenkt werden von Männern haha), derzeit sind es 51 angehende Schwestern und 7 richtige Schwestern. Zufällig wurde zur gleichen Zeit als wir da waren für ein Shooting geprobt, sprich ca. 20 Schwestern kamen von weit her und zu fast jeder Tages- und Nachtzeit wurde gesungen. Leider war ich dort beim Ankommen malwieder krank, was die Tage nicht allzu schön machte für mich. Doch eins blieb mir besonders im Kopf – bei dem Rundgang, wo uns paar Mädchen das ganze Gelände zeigten, sahen wir kleine Oinkies! Paar Wochen alt. Wirklich süß. Und dann nahm ich sogar eins auf den Arm, leider nicht allzu lang, weil Schweine einfach keine Tiere zum Kuscheln sind. Naja, auf den Fotos könnt ihr mich noch mit Rastas sehen. Für die Leute, die nichts mit dem Wort Rastas anfangen können - mir wurden künstliche arschlange Haare stundenlang in meine Eigenen reingeflochten. War eine tolle Erfahrung, aber zum Glück hab ich sie mittlerweile nicht mehr.

Wunderschön dort!Meine liebste Anna! :)

Ein Wochenende trafen wir uns mit allen Freiwilligen in Mbeya – 7 Girls. Das war cool, wir schnupperten ein wenig Nachtluft und waren lecker Burger (natürlich Chickenburger) essen.

Außerdem wurden hier zuhause ein paar Hasen geschlachtet, genau genommen 6 Häsle! Der Grund dafür war, dass paar kleine Jungs einen geklaut hatten, er ihnen aber wegrannte und zu uns wieder nach Hause kam. Daraufhin hatte die alte Schwester (die ich Oma nenne) Angst, dass bald alle geklaut werden und ließ alle schlachten bis auf 2. Also half ich mit beim Hasen schlachten! War unglaublich spannend, auch wenn ich immer an Wuschel, dem Häschen von meiner Freundin Juli in Deutschland denken musste. Jedenfalls, Hasenfleisch ist unglaublich lecker, das beste Fleisch was ich jemals hier gegessen habe!

Spaß mit dem HasenkopfSchwester und Hausmädchen voll in Action! Hasenfell abziehen.

Jetzt zum Mai, der ja auch schon wieder bald um ist! Der war irgendwie ziemlich stressig, aber gleichzeitig auch ziemlich schön. Besonders war, dass der stellvertretender Papst für Tansania am 14.Mai nach Kyela kam! Alle Chöre sagen gemeinsam, also probten wir dafür 2 Wochen am Stück jeden Tag, stundenlang. Es machte unfassbar Spaß, Singen ist wirklich was tolles – und es verbindet. Bevor der Typ kam, wurden alle Gebäude auf dem Kirchengelände gestrichen, Rasen gemähnt (natürlich mit einer Sense, keiner Maschine), ein komplett neues Zimmer wurde sogar für das hohe Tier gebaut - mit europäischem Klo und so einer Abspritzdüse für den Popo. Was ich davon halte, sag ich mal lieber nicht. Der Tag an sich war aber wirklich schön, wir empfingen ihn mit gelb-weißen Fähnchen (Farben des Vatikans), sangen schön, aßen gutes Essen. In der Messe erneuerten ca. 40 Ehepaare ihre Ehe, sagten nochmals ja. Er predigte auf Englisch, was uns sehr gefreut hatte.

Wir zwei süßen im Choroutfit mit FähnchenStellvertretender Papst - ein Weißer!Ein Ehepaar, das seine Ehe erneuertDie vielen Pfarrer zu Gast in unserer Gemeinde

Die letzte Woche waren wir auf Wunsch unserer Oberschwester in ihrem Geburtsort, Mkwajuni. Das ist ein Dorf, 3 Stunden entfernt von Mbeya. Auf dem Weg sahen wir eine unglaubliche Landschaftsvielfältigkeit, von Savanne (hohen ausgetrockneten Gräsern und kahlen Bäume) bis zu Art Grand Canyon Gestein, Flüssen und Seen, Sand, Palmen und Kakteen, usw. Total beeindruckend. Dieser Ort ist klein und schnuggelig (Wir wurden mal wieder unfassbar angestarrt, weil viele Menschen nochnie einen Weißen gesehen haben), 3 Conventhäuser mit je 4-7 Schwestern, eine große Kirche und ein rießen Krankenhaus!

Unfassbare Natur auf dem Weg nach MkwajuniTolles Gestein

Wir erlebten dort so unfassbar viel, es gehört sicher zu einem meiner Highlights in diesem Jahr. Wir lernten wahnsinnig nette Menschen kennen (ein Pfarrer ließ uns maßgeschneiderte Kleider schneidern und schenkte sie uns!), wir besuchten das Krankenhaus und ich war nochnie so interessiert und beeindruckt von all diesem medizinischen Kram. Wir besuchten das Leichenhaus und schauten in den Kühlschrank mit den 3 verstorbenen Frauen rein. Wir schauten bei einem Kaiserschnitt zu, einer richtigen Operation – die Ärzte operieren wie Schlachter. Mehr muss ich dazu nicht sagen, es schreckte mich ab aber es war auch einfach so interessant! Am meisten schauderte es mich, als bei jedem Atemzug die Schwangere leicht stöhnte, also wirkte die Narkose nicht wie erhofft. Grund dafür war, dass die Frau betrunken war, ja – ich glaubte es auch nicht, aber die Ärztin sagte mir, dass viele Frauen während der Schwangerschaft und kurz vor der Geburt trinken. Schlimm. Dann sahen wir natürlich auch noch eine normale Geburt ohne Komplikationen, leider freute sich die Frau nicht über ihr Baby, weil es das 6ste war und ungewollt. Aber das kam so schnell rausgeschossen, dass selbst der Arzt nurnoch kurz Zeit hatte, frische Handschuhe anzuziehen und da war das Baby schon da. Natürlich gab es auch viele Stationen für HIV Patienten, ein Mittag arbeitete ich dort und verteilte kostenlos für alle HIV (& Tuberkulose) Patienten ihre passende Medizin.

HIV-Akten von PatientenEin HIV TestZum Totlachen! Für die, dies nicht verstehen - X-RAYKreativer RollstuhlGeburtenstation - so sieht hier ein Kreissahl ausSogar eine deutsche Waschmaschine in der Waschküche im KH

Ausflüge machten wir auch mit einer Schwester und dem super netten Pfarrer, wir fuhren an den Lake Rukwa, picknickten dort und schauten uns Steinbrüche zur Gewinnung von allen möglichen Mineralien (Gold) an. Eine unfassbar tolle Zeit dort, die ich nie vergessen werde!

Esel sind doch tolle Tiere!Tolle Landschaft!!!Das ist der tollste Pfarrer in ganz Afrika :) (oder auf der Welt?)Das Geschenk an uns - tansanische KleiderAuf einem Ausflug an den SeeBöötleBildle am See

Im Kindi macht es super Spaß, wir strichten vor kurzem die Täfel und haben mittlerweile jede Wand super geschmückt mit Plakaten um die Farben, Wochentage, Zahlen oder das Alphabet zu lernen.

Beim Tafel streichen im Kindi

Heute waren wir bei unserer Kollegin, einer Lehrerin aus dem Kindi zuhause. Sie hat keine Kinder, dafür aber 4 Kühe, die sie über alles liebt. Eins davon hat vor 2 Tagen ein Kalb geboren, das ich den Namen Upendo (Kiswahili - Liebe) gab. Sie brachte mir das Melken bei, dann trug ich das Kleine in den Schatten (wieviel ein Kalb wiegt!!) und am Ende gab ich einer Kuh namens Milka eine Spritze, weil der Tierarzt mich in seine Arbeit einweihen wollte. Was eine Erfahrung, ich habe ja selbst Angst vor Spritzen! :D

Sarah am MelkenSo ein kleines Kalb wiegt!!

Ja, das wars eigentlich schon, uns verbleiben noch gute 2 Wochen Kindi, dann beginnt unsere große Reise.

Bis bald, eure Sarahkiss

                           

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